Gruppenausstellung
„Reges Stillleben“
28. März bis 20. April 2025
Die Vernissage findet statt am Freitag, den 28.
März um 19 Uhr.
Öffnungszeiten sind sonntags von 15 bis 19
Uhr.
Am 6. April findet um 17 Uhr eine Lesung mit Hans-Jürgen
Lenhart statt - siehe unten.
Die „Süße“ Finissage findet
am Ostersonntag während der Öffnungszeit
statt.
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Stillleben
- diesen Begriff hat man schon gehört oder
gelesen.
In Schreibschrift gesetzt hat das Wort mit seinen
drei aufeinanderfolgenden L und danach
noch dem B eine beschwingt fröhliche Anmutung.
Jedoch handelt es sich beim Stillleben per lexikalischer
Definition um die Darstellung lebloser oder unbewegter
Dinge. Das sind oft Blumen oder Früchte, Alltagsgegenstände,
besonders in vergangenen Epochen gerne auch tote
Tiere und mahnende Schädel. Es gibt Vanitasbilder
und allegorische Sujets; das Interesse kann aber
auch ausschließlich in der Wiedergabe von
Farben und Formen liegen.
All diese Aspekte finden
sich auf sehr unterschiedliche Weise auch in den
Arbeiten der fünf ausstellenden Künstlerinnen
und Künstler.
Anjuta
Schneider
erforscht
in ihren expressiven, farbgewaltigen und oft dynamischen
Bildkompositionen auf subtil versteckte Weise das
Phänomen Zeit, Lebenszyklen aber auch künstliche
Intelligenz. Aktuell beschäftigt sich die Künstlerin,
die u.a. das Cover für Heinz Rudolf Kunzes
Album "Können vor Lachen" gestaltet
hat mit dem Kreislauf der Natur.
Ihre großformatigen kraftvoll organischen
Stillleben bestechen durch eine Ästhetik der
Vergänglichkeit.
Vergänglichkeit
und den Nachhall eines Lebensweges begegnen dem
Betrachter auch in den Arbeiten von Sabine
Brunk. Mit ihrer
analogen Kamera fotografierte sie die Wohnräume
eines verlassenen Hauses. In ihrer besonderen farblichen
Aura scheinen die zurückgelassenen Dinge ein
Eigenleben zu führen.
Volkmar
Hundhausen,
der 2024 den 1. Preis der ORBart erhalten hat, arbeitet
sozusagen diametral zum gängigen Begriff des
Stilllebens. Seine konkreten Gemälde sind schon
fertig in seinem Kopf ohne Bezug auf einen Gegenstand.
Mit Lineal und Zirkel sowie kontrastierender Farbwahl
werden sie auf der Leinwand zum Gegenstand.
Mit
ihren sehr bewegungsreichen Kreide- und Federzeichnungen
schafft Isolde
Nagel ironische
Verbindungen von Stillleben und Charakterstudie.
So entwickelt sich auf einigen Blättern ein
reges Eigenleben zwischen Mensch und Zuckerstreuer.
Die Gegenstände versuchen so gut es geht Haltung
zu bewahren.
Der
Objektkünstler Ralf
Erselius verwendet
Buntes und griffiges von Floh- und Billigmärkten
für seine Arbeiten. Dabei nimmt das Wechselspiel
von Zufall und Sprache eine führende Rolle
ein. Die Gegenstände finden zueinander wie
in einem Kreuzworträtsel, das sich ihm selbst
oft erst mit dem richtigen Titel erschließt.

06. April ab 17 Uhr
HANS-JÜRGEN LENHART
WARTEN AUF QUENEAU

Eine Hommage an Raymond Queneaus
kreatives Meisterwerk
„Stilübungen" - literarische Performance
zum Buch.
Wie kann man aus einer belanglosen
Mini-Geschichte
wirklich alles herausholen?
Witzig, skurril und mit lustvoller Sprachakrobatik
entsteht stets etwas Neues.
https://der-panische-poet.de

GNZ vom 20-03-2025
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